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 Also gut, wenn Sie wirklich mehr erfahren wollen ...
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Etwas mehr von mir ...
Ick bin jebürtiger Berliner (Schmargendorfer, um genau zu sein), aber meine intensivsten Erinnerungen an eine der schönsten Städte Deutschlands bestehen vor allem aus Bildern von grauen Innenhöfen zwischen "Wohnkasernen", schmuddeligen Sandkästen, in die vor allem Hunde Einlagen machen, schreienden Renterinnen, die mir das Spielen auf dem Rasen neben den verschissenen Sandkästen verbieten (und die gleichzeitig ihren Hund an der Leine halten) - und Tauben-Gurren vor dem offenen Fenster, das jeden Schlafversuch vergeblich bleiben lässt.
Schulzeit
Mein Vater wurde - als Lehrer - zigfach versetzt, so habe ich meine Kindheit in Berlin, Bonn, Wilhelmshaven, Hameln und Coppenbrügge verbracht, was immer wieder bedeutete: Neue Schule, neue "Freunde", neue Probleme, neue Erfahrungen.
Heute denke ich, die schönste Zeit habe ich in Wilhelmshaven erlebt, wo ich in drei Jahren Grundschule mehr (und lieber) gelernt habe als in den darauffolgenden vier Jahren in Hameln. Erst am Gymnasium musste ich mich wieder "hinsetzen und lernen" - nach einigen Jahren purer Langeweile war das hart, und ich ärgere mich heute noch, dass mir der Spaß am Lernen so nachhaltig ausgetrieben worden war, dass ich erst in der Oberstufe wirklich wieder angefangen habe, mich mit dem zu befassen, was die verzweifelten Lehrkörper uns einzutrichtern versuchten. Einschub Ende :-)
Ein kleiner Einschub für Clement: Natürlich war ich länger in Hameln als vier Jahre. Ich habe nur vor Hameln in der Schule mehr gelernt als in den ersten(!) vier Hamelner Schuljahren, danach ging's steil bergab mit meiner Arroganz und bergauf mit dem Lernenmüssen.
Stellvertretend für viele Lehrer muss ich Hildegard Will, meiner Grundschullehrerin in Wilhelmshaven dafür danken, dass sie mir beigebracht hat: Gib nicht auf, glaub' nicht alles, was man Dir erzählt, versuche zu verstehen - statt auswendig zu lernen. Hätte es damals (und heute) mehr "Frau Wills" gegeben - ich weiß definitiv, dass Deutschland in Pisa-Studien dastünde, wichtiger aber noch: Allgemeinbildung, Lernwilligkeit, Verständnis wären keine Begriffe, die man nur mit schmerzhaft verzogenem Gesicht denken kann.
Frau Will wurde übrigens dank der Machenschaften einiger Eltern und Kollegen aus dem Schuldienst entfernt. Sie erwartete von den Kindern, dass diese sich im Unterricht konzentrierten, Hausaufgaben machten und sich um Mitarbeit bemühten - Anforderungen, die selbstverständlich schon damals für viele nicht akzeptabel waren. Ein strenger Lehrer, der sich nächtelang bemühte, für jede Klasse passendes Unterrichtsmaterial zu verfassen, Hausaufgaben detailliert korrigierte und in ein Zweitklässlerzeugnis auch mal schrieb: "Karsten sollte zu Hause mehr Zeit zum Spielen erhalten, damit er sich diese nicht im Unterricht nehmen muss" sind natürlich Feindbilder, die man bekämpfen muss, nicht wahr?
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 Der Sinn des Lebens ... Jeljenna 1992
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Zuvieldienst und "Ausbildung"
"Damals" musste Mann sich noch seelisch vor völlig unbekannten "Sachbearbeitern" entblößen, musste, als heranwachsendes Kind, erklären, warum man sich nicht in der Lage sah, als potentieller Mörder (aka "Soldat") seinem Land zu dienen (das einem bis dahin vor allem eine mehr oder weniger gelungene Schulbildung "geschenkt" hatte). Natürlich gab es auch "damals" keine "Bedrohungslage", die durch 18jährige, pickelgesichtige Jugendliche mit Gewehr und Messer hätte abgewendet werden können, denn was halfen damals wie heute menschliche Körper gegen Atomraketen (die im Osten sowohl auf die ehemalige DDR als auch auf die Bundesrepublik gerichtet waren)? Ich zitiere einmal den Original-Ton eines der "Gutachter" meiner "Tauglichkeitsprüfung":
"So, Du willst Dich also drücken? Na, Typen wie Dich kriegen wir schon klein, keine Sorge."
Sie haben mich klein gekriegt. Ich war Zuvieldienstleister in einem Heim für "sozial geschädigte Kinder" und habe - selbst nur wenige Jahre älter als diese - erlebt, was unsere Scheißegal-Gesellschaft mit "wertlosen" Mitmenschen machen kann, mit welchem Zynismus Jugendämter (eigentlich aber Menschen, die dort arbeiten und sich nur hinter dem Begriff "Amt" verstecken) die "Nummernware Kind" zu Tode verwalten. Ich habe erlebt, dass Angestellte, die solchen Kindern eine Chance geben sollten, daran und an ihren eigenen Problemen kaputt gegangen sind und dass sich niemand dafür interessiert hat. Alkoholismus, Drogenkonsum, Diebstahl verlieren sehr schnell ihren abschreckenden Charakter, wenn man sie als die "angenehmeren Auswüchse" der Realität erlebt.
Wohlstandsgesellschaft? Kinderfreundlichkeit (unabhängig davon, ob das Kind in edlen Designerklamotten aus "gesitteten Verhältnissen" stammt oder nicht), Sozialsystem? Wo denn? Am zynischsten ist doch die Aussage "diese Kinder sollen froh sein, dass sie überhaupt betreut werden, anderswo gibt es nicht einmal solche Heime, da leben sie auf der Straße" - nur leben wir nicht anderswo, oder?
Den Rest meiner Kriegsdienstzeit habe ich in Kassel verbracht - als Betreuer eines Schwerstbehinderten.
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 Nur gut, dass auf diesem Bild der Fotograf nicht zu sehen ist - gegen den sind die beiden Frauen nämlich knochentrocken.
| Familie
Bielfeld - Universität: Germanistik, Linguistik, Pädagogik (wegen der Erfahrungen im Heim? Vielleicht ...) - eines Tages zupfte es von hinten unten an meiner Jacke und ich drehte mich um.
Da war niemand.
Aber eine wütende Stimme brachte mich dazu, meinen Blick zehn Grad nach unten zu senken - und Ulrike, meine ehemalige Klassenkameradin vom Gymnasium, stand mit zusammengekniffenen Augen da, stampfte ungeduldig mit dem Fuß auf und verlangte zu wissen: "Was machst Du denn hier?"
Meine spontane, wohlüberlegte und eigentlich treffende Antwort "Studieren" war nicht geeignet, Ulis Neugierde zu besänftigen. Um es abzukürzen: Unsere Tochter Jeljenna kam im Jahr 1992 auf die Welt, wir heirateten 1995.
Würzburg - Universität: Mathematik, Physik ... in einem letzten Versuch, den Erwartungen meines Vaters gerecht zu werden habe ich versucht, etwas Richtiges zu studieren, mit dem man eine Familie ernähren kann. Ich bin wieder gescheitert. Und irgendwann musste ich einsehen, dass das ein Fehler war.
Fernuni Hagen: Hätte ich auf meine Lehrer gehört, wäre ich heute Magister. Nach Jahren völlig vergeblichen "Präsenzstudiums" war die Fernuni eigentlich genau das, was ich brauchte: Lernen, wann und wie ich es wollte, kurze, intensive Seminare mit Kommillitonen, die sich wirklich vorbereitet hatten und echtes Interesse mitbrachten. Hätte, könnte, sollte, wollte - ich habe nun eben keinen Abschluss, nichts "Anständiges" gelernt, Hagen habe ich zu spät kennengelernt, da waren die "Anforderungen" meiner kleinen Familie schon zu groß. Ich frage mich nur, in welcher Realität es "immer nur die Frauen" sind, die ihre "Karriere" für die Familie aufgeben? Ich habe es nicht bereut, mich für "Familie" zu entscheiden.
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 Ein zu schwerer, sich für einen Mann haltender, noch immer nicht wirklich erwachsener fauler Sack beim sommerlichen Füßebaden. (Preisfrage: Welcher von beiden ist gemeint?)
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Lohn und Brot
Seit ich 12 Jahre alt bin, spiele ich an Computern herum - ich habe verschiedene Programmiersprachen "gelernt" (BASIC aus Büchern, 6502 Maschinensprache durch Code-Cracking, Assembler aus Langeweile, C aus dem Bedarf heraus, 68000er nicht mehr in Assembler programmieren zu müssen, C++ aus dem Irrglauben heraus, sowas müsse man können ... und vieles Weitere, das ich selten oder auch oft benötige). Und weil ich - als "ungelernte Kraft" - in vielen Firmen gearbeitet habe, konnte ich mir ein gewisses "Allgemeinverständnis" aneignen: Ob Offsetdruck, Druckvorstufe, Farbmanagement, "DTP", DFÜ, meine "Erfahrungen von unten" waren oft hilfreich dabei, Arbeitgebern und später Kunden dienlich zu sein, wenn ein Schlipsträger sich nicht mehr verständlich machen konnte.
Heute arbeite ich vor allem als Projektentwickler, was heißt, dass ich zwischen "Entscheidern" (die meist nur ein eingeschränktes technisches Verständnis haben) und "ausführenden Abteilungen" (Technikern, Entwicklern) dolmetsche, dabei helfe, Projektpläne auszuarbeiten und in Zeit- und Kostenrahmen zu bleiben.
Ich habe immer wieder eigene Produkte am Markt gehabt - in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts vor allem Audio-Hard- und Software für den Amiga-Computer ("Prelude"-Soundkarten, mit meinem ältesten und besten Freund Thomas Wenzel entwickelt), die Weiterentwicklung von "Samplitude" (von SEK'd), später dann Bildverarbeitungssoftware wie "QImport" und Archivsysteme.
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 Jeljenna 2004
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Schreiben
Wie die meisten Lese- und Schreib-"Wütigen" habe ich natürlich auch als Kind schon Geschichtchen verfasst und bin - ebenfalls wie die meisten - damit lediglich auf begeisterte "Das-hast-Du-aber-toll-gemacht"-Ohren und -Augen gestoßen. Im ersten Moment ist es prima, solch überschwengliches Lob zu hören, aber es stumpft sehr schnell ab, wenn es fast egal ist, was man schreibt und immer hochgelobt wird. Wenn der Ton sich nicht ändert, obwohl man glaubt, Fortschritte gemacht zu haben - dann ist der emotionale Absturz um so brutaler, wenn ein hoffnungsvoll eingereichtes Manuskript von Verlagen mit den Worten "wir wünschen Ihnen weiterhin alles Gute für Ihre schriftstellerische Laufbahn" abgelehnt wird.
"Schriftstellerische Laufbahn"? Wie denn, wenn man nur für sich - und die handvoll unkritische, liebe Freunde schreibt? Ich weiß, dass ein Redakteur/Lektor viel zu viel Text sichten muss, um sich mit jedem Schreiben zu befassen (zu meinen Kunden gehören heute genug dieser bemittleidenswerten Kreaturen), aber ich wünsche mir doch manchmal, dass ein Minimum an rechtzeitiger Ehrlichkeit zum gesellschaftlichen Umgang gehört: Warum kann man einem Kind nicht mal sagen, dass der Text, das Bild, das Geklimper-auf-dem-Klavier "für ein Kind Deines Alters ganz schön ist - aber vielleicht solltest Du doch Fußballer werden"?
Es ist wahr: Viel zu viel von dem, was in Bücher gedruckt wird, ist Schund. Aber wie soll es denn bitte besser werden, wenn niemand offen dazu steht, wenn kein Lektor dem Autor sagt: "Netter Versuch, aber haben Sie's schonmal auf Deutsch versucht" oder besser "Schreiben können Sie noch nicht, aber als abstrakte Malerei hätte ich Verwendungsmöglichkeiten dafür"?
Mit 15 Jahren habe ich die ersten Veröffentlichungen gehabt - in einer Computer-Fachzeitschrift namens "Source". Später kamen andere (ebenfalls Computer-) Zeitschriften dazu, ein paar Kurzgeschichten wurden auch mal irgendwo gedruckt. Als Student habe ich - für meine spätere Frau - meine Short-Story-Gehversuche als Copyshop-Büchlein gedruckt (davon gibt es eine späte Version auch als "richtiges" Buch), "Erfolg" hatte ich damit nie. Was meine "Romane" angeht, weiß ich längst, warum ich noch kein erfolgreicher Schriftsteller bin - bei den Fachartikeln hätte ich es vielleicht weiter bringen können, wenn ich mehr Durchhaltevermögen gezeigt hätte.
Ich werde weiter schreiben - was mir einfällt, wie es mir einfällt und auch ohne dass ich darauf baue, eines Tages nur vom Fabulieren leben zu können. Es wäre schön, wenn es so käme - aber ganz ehrlich: Ich glaube, dass Schreiben ein ebenso harter, manchmal frustrierender "Job" ist wie "Projekt-Entwicklung" (wo man ebenfalls verdammt kreativ sein muss, um erfolgreich zu bleiben) oder wie "Krankenschwester". Man muss ständig dabei bleiben, sich dauernd weiter bilden, Zeit, Energie und Nerven opfern und "Urlaub" macht man immer mit dem Beruf im Hinterkopf. Vielleicht wünschte ich mir, Schornsteinfeger zu sein, wenn ich als Autor Erfolge feierte?
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 Penner
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... Fortsetzung folgt ...
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Version 1.1, April 2005 - Marc Albrecht |
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