| Schreiben : Der Hund vom Falkenrott ... was lange währt von malbrecht am 08.06.2008 21:09 (1903 Aufrufe)
| Was lange währt …
Rund zwei Jahre hat es gedauert, doch nun ist „Der Hund vom Falkenrott“ endlich im Druck – und demnächst über den Buchhandel zu beziehen. Ein Roman für Jugendliche und Erwachsene, für historisch Interessierte und für „Abenteuer-Leser“. Ein Roman für jeden, der etwas über ländliche Verhältnisse in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erfahren will, aber keine trockene Abhandlung lesen will – und vor allem ein Roman für jeden, der zwischen Münster und Bremen lebt oder gar in der Gegend um Vechta. Rittmeister Sprengepiel, der berühmt-berüchtigte „Teufelskerl“, soll noch Jahre nach seinem Tod rund um Vechta gespukt haben. „Der Hund vom Falkenrott“ erzählt, was dem Hauptmann und seinen Männern passiert sein könnte, welche Ziele sie wirklich hatten – und was ein junger Tagelöhner aus Langförden erlebt, der sich der Kompanie des Sprengepiel anschließt.
Der Klappentext: In der verzweifelten Hoffnung, seine Familie vor dem Hungertod zu retten, schließt der junge Tagelöhner Johan sich der Kompanie des gefürchteten Rittmeisters Sprengepiel an. Schon bald genießt er die Macht, die ihm die rohe Gewalt der Soldaten verleiht. Doch über der Armee stehen Adel und Kirche, die ihre Ziele rücksichtslos verfolgen. Während das Kollegium der Burgmannen versucht, den Emporkömmling Sprengepiel loszuwerden, wird dieser vom Fürstbischof Galen noch gebraucht und gestützt. Als Sprengepiel in Vechta festgesetzt wird, müssen Johan und seine Freunde Hilfe bei den Verbündeten ihres Hauptmanns suchen. Aber wie bringt man einen mächtigen katholischen Fürsten in das von protestantischen Schweden besetzte Vechta? Johan lernt den berüchtigten Rittmeister und angeblichen Teufelsverbündeten auch als Familienvater kennen, der hofft und zweifelt und zuletzt scheitert. Beinahe zu spät begreift er, wie ähnlich er dem „Hund“ geworden ist und dass auch er alles verlieren wird, wenn er aus dem Kreislauf von Verrat und Treuebruch nicht entkommt.
 ISBN 978-3-940445-30-8 (Update: Das Buch ist bei Amazon vorbestellbar!)
Update: Das Buch ist jetzt auch direkt bei mir bestellbar, auf Wunsch natürlich mit Widmung , einfach mit einer Mail an "buchbestellung" (at) "marc-albrecht.de" (ohne Anführungszeichen oder Klammern). In der Mail sollten sinnvollerweise eine Versandadresse und der Buchtitel stehen ...
… bleibt zu gestehen, dass nun der Leser entscheiden muss, ob „endlich gut wird“, was lange währt!
August 2008: Die erste Auflage ist schon beinahe vergriffen (was mich natürlich riesig freut), also muss ich für eine zweite nochmal kräftig rühren:
 Jeder, dem das Bannerlein gefällt, ist herzlich eingeladen, es zu nutzen ...
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Schreiben : Der Hund vom Falkenrott ... Rohfassung fertig von malbrecht am 15.08.2007 13:24 (1194 Aufrufe)
| Ende Mai 2006 fragte mich der Leiter des Museums im Zeughaus zu Vechta, Axel Fahl-Dräger, ob ich Lust hätte, einen Roman über den Rittmeister Sprengepiel zu schreiben. Über wen? Sprengepiel war ein Soldat, der zum Ende des Dreißigjährigen Krieges rund um Vechta sein „Unwesen“ trieb, Dörfer überfiel und sich wohl reichlich daneben benahm. Nicht ganz unüblich zur damaligen Zeit wurde er nach seinem Tod angeblich in einen schwarzen Hund verwandelt, der noch viele Jahre später die Stadt heimsuchte und Soldaten zur Wachsamkeit ermahnte. Ich wollte ohnehin den Schritt ins „historische Genre“ wagen, also habe ich waghalsig „Ja, klar“ gesagt und versucht, mich in die Materie einzuarbeiten. Hätte ich gewusst, wie viel Arbeit das bedeutete, ich hätte mir ein (deutlich) einfacheres Werk als „Erstling“ vorgenommen. Offen gestanden war ich erst einmal erschlagen. Nicht nur, dass sich Historiker offenbar selten einigen können, was denn nun „richtig“ ist: Nur wenige stehen dazu, vieles eben einfach nicht genau zu wissen. Aus allen Vermutungen und Behauptungen so etwas wie eine „Story“ herauszuschälen war ein Brachialakt. Für mich schien bald klar, dass das simple „Böser-Mann-schwarzer-Hund“-Bild weder für einen (nicht-Fantasy-)Roman taugte noch der Person des Sprengepiel gerecht werden konnte. Während die Kirche ihn ausdrücklich lobte (Einträge in Kirchenbüchern) sind bei allen Beschwerden über seine Umtriebe eben seine „Missetaten“ doch geradezu zivil verglichen mit dem, was man über jene Zeit sonst so liest. Sprengepiel schien mir mehr und mehr ein Familienmensch zu sein, der für die Seinen alles zu tun bereit war und andererseits daran verzweifelte, vom Kaiser bei allen Beförderungen übergangen zu werden. Er hat es militärisch nicht weit gebracht, anders als viele andere (offenkundig im Feld weniger erfolgreiche), aber er muss Geld wie sonst wenige besessen haben (immerhin betrieb er nach Kriegsende noch eine gut aufgestellte Kompanie). Bei den Burgmannen wurde er nicht aufgenommen, weil ihm der adelige Stammbaum fehlte, das Militär schien ihm gerne die unangenehmen Jobs zu geben, ihn dafür aber nicht zu belobigen. Und was tat seine Familie, als er eines Tages verschwand? Genau 10 Jahre später brach sie Hals über Kopf die Zelte in Vechta ab und verschwand „in der Geschichte“. Das passte doch irgendwie zusammen.
Nun habe ich endlich die Rohfassung fertig. Zum Teil überarbeitet, von vormals rund 1,1 Millionen Zeichen auf gute 800.000 runtergekürzt. Auf geht’s, mal schauen, was das Lektorat dazu sagt …
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von malbrecht am 29.09.2006 22:21 (1139 Aufrufe)
| Der Hörbuchverlag "Radioropa Hörbuch" wird im ersten Halbjahr 2007 "Pferde, Jungs und Zungenküsse" als Hörbuch herausbringen - die Lizenzabteilung von Ueberreuter hat gewirbelt und einen Kühlschrank an einen Eskimo verkauft  Nein, die Pferdeküsse sind kein Kühlschrank und ich nehme zumindest an, dass der Lizenzhändler bei Radioropa kein Eskimo ist. Das oben sollte nur Understatement sein, sorry ... Ich bin natürlich stolz darauf, dass Radioropa sein Kinder- und Jugendprogramm unter anderem mit meinem Buch aus- und aufbauen will und bibbere gespannt den ersten Hörproben entgegen!
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von malbrecht am 16.09.2006 10:18 (1098 Aufrufe)
| Bei einer Lesung in der Hauptschule Bremervörde konnten alle Beteiligten etwas lernen ... ich fragte die Lehrer vor der jeweiligen Stunde, wie viele ihrer Schüler denn selber Bücher läsen und wer vielleicht Geschichten schriebe. Die einhellige Meinung war "2-5 Schüler lesen vielleicht mal, schreiben dürfte keiner". In zwei Klassen ergab die Umfrage bei kurzzeitiger Abwesenheit des Lehrkörpers dann ca. 12-15 lesende Schüler, in der dritten immerhin 9 - und einige Hobbyautoren. Wie der Zeitungsbericht zeigt, hat aber weder die Fehleinschätzung noch das Thema "Pferde, Jungs und Zungenküsse" zu Verstimmungen geführt: Es hat (fast) allen Spaß gemacht. Und ich habe festgestellt, dass meine Jugend-Mystery-Reihe "Die Nebelwächterinnen" bei den Jugendlichen hervorragend ankommt, habe sogar Bestellungen bekommen - aber die Verlagslektorate lehnen das Konzept ab, weil es (wohl an den Buchhandel?) nicht zu verkaufen wäre. So unterscheiden sich die Interessen von Lesern und Handel ...
Beim Klick auf "mehr" gibt's noch den Zeitungsartikel zu lesen!
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Schreiben : Radiointerview und Lia auf dem Weg zur Agentur von malbrecht am 20.03.2006 16:20 (1128 Aufrufe)
| Anfang März durfte ich dem Schweizer Radiosender „Ri“ ein Interview geben. Der Redakteur rief mich vormittags an, stellte mir Fragen und ich versuchte ihn totzusabbeln … eigentlich wollte ich die Fragen nur informativ beantworten, aber schon zwei Minuten nach Ende des Gesprächs wusste ich: Bitte schneiden, bitte schneiden. Glücklicherweise sprach der Redakteur Hochdeutsch mit mir, das habe ich ihm besonders hoch angerechnet, als ich dann abends die Ausstrahlung hörte – und mich WIRKLICH konzentrieren musste. He, wow, Schweizer können ja richtig schnell sprechen. Aber in welcher Sprache? Wie auch immer: Da waren Profis am Werk, aus meinem Redefluss haben sie gekonnt ein paar Aussagen rausgebastelt und in einen sehr netten, hörenswerten Beitrag über einen „norddeutschen Mann, der Bücher für verliebte Mädchen schreibt“ verpackt. Danke!
Letzte Woche habe ich mich endlich dazu durchgerungen, Lia freizugeben. Die Agentur hat jetzt den Schwarzen Peter: Sie müssen das Buch noch einmal lesen, noch einmal Änderungsvorschläge anbringen, noch einmal mit mir sprechen (wenn’s gefällt oder nicht – sie kommen nicht drum rum). Und dann dürfen sie die Laufarbeit leisten. Ich glaube an „Lia“, ich denke, dass der Text eine gute Chance hat, einen Verlag und vor allem Leser zu finden. Auch wenn’s der armen Lia gar nicht gut geht und ich ihr ziemlich übel mitspiele …
Im Tempest Ausgabe März/2006 ist ein Artikel von mir zu finden, der „Rückwärts schreiben“ betitelt ist. Obwohl ich fast immer so arbeite, wie ich es darin beschrieben habe, sind ein paar wenige Diskussionsmails bei mir eingegangen, dass auf diese Weise doch keine Spannung und fließende Erzählung entstehen könnte – oder dass das ein ganz interessanter Ansatz wäre, den man mal ausprobieren müsste. Ich finde es spannend zu sehen, wie völlig unterschiedlich man schreiben kann. Und so wie ich mir heute nicht mehr vorstellen kann, Figuren „einfach in Situationen zu stellen und abzuwarten, was passiert“ (die machen bei mir dann jeden Blödsinn, kommen aber nicht zu Potte) können andere eben mit einer engen Planung nichts anfangen.
Ich habe ein paar Leserrückmeldungen zu „Pferde, Jungs und Zungenküsse“ erhalten, angenehmerweise durchweg positive. Und weil die Frage nach einer Fortsetzung der Geschichte von Kathrin und Stephan jedes Mal gestellt wurde, habe ich Ueberreuter einen Nachfolger angeboten. Exposee und Konzept stehen, wenn dem Lektorat die Idee gefällt, werde ich Tag und Nacht schreiben.
Als nächstes steht nun endlich die Gunnar-Geschichte auf dem Plan, über der ich schon seit Monaten brüte. Ich habe beschlossen, daraus einen Roman für Jugendliche (rund um die 14 Jahre) zu machen – ohne Fantasy und so weit es mir möglich ist in einem realen 9. Jahrhundert angesiedelt. Allerdings gestehe ich, dass der Rechercheaufwand mir noch etwas Angst macht. Die Geschichte zu erzählen ist das Eine, sie in eine realistische Umwelt zu setzen, etwas ganz anderes.
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